Der Sinn des Lebens
„Grabe, wo du stehst“. Diesen Satz des Literaturhistorikers Sven Lindqvist hatte der berühmte Archäologe Hans Stein stets befolgt und damit immense Erfolge erzielt. Auf sein Konto gingen, unter vielen anderen Funden, ein komplettes Ei des seltenen Entenschnabeldinosaueriers und die Kiste mit Goldmünzen aus dem siebenjährigen Krieg.
Gerade jetzt stand er im Gemüsebeet, sammelte die Pflanzenteile ein und trat die aufgewühlte Erde glatt. Hier würde er niemals wieder graben! Schließlich wusste er bereits, was sich dort verbarg: Seine Frau, die sich unglücklicherweise im Laufe der Zeit in einen teigigen, Gift und Galle spuckenden Tyrannosaurus Rex verwandelt hatte. Immerhin würde sie den Archäologen der Zukunft ein neues Rätsel aufgeben - falls man sie finden sollte.
Hans lächelte über seinen Gedanken, dass letzten Endes doch jeder Mensch zu irgendetwas gut war.
Dienstag, 8. September 2015
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Blog-Archiv
Über mich
- Briefe vom Küchentisch
- Ich schreibe Geschichten. Und das meistens am Küchentisch. Über Themen rund um den Küchentisch. Kinder, Szenen einer Ehe, Intrigen, wunderbares und erstaunliches, schäbiges, abtrünniges, erbauliches, schaurig schönes, manchmal auch über einen kleinen Mord. Wie das eben so ist im Leben.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen