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Dienstag, 23. Dezember 2014

Weihnachtliche Selbstgespräche



Verfahrene Sache


Alle Jahre wieder

„Ach ja.“ Wegwerfende Handbewegung mit der rechten Hand, linke Hand am Steuer. Im Radio bringen sie ein bekanntes Weihnachtslied. Das Navi ist stumm geschaltet. Ich rede mit mir selbst, ist auch sonst keiner da.

kommt das Christuskind,
auf die Erde nieder,

„Man sagt so. Aber gesehen hab´ ich noch nix. Die Leute reden ja viel.“

wo wir Menschen sind.

„Siehste, und das finde ich ungerecht. Das Christkind kann kommen wann und wohin es will, aber wir Menschen nicht. Vielleicht würde der ein oder andere von uns das Christkind auch gerne mal besuchen. Vorausgesetzt, man müsste dafür nicht tot sein, nur weil man kurz den Himmel betritt. Mich würde zum Beispiel interessieren, was es außer Weihnachtsgedudel so für Musik hört. Hoffe nur, es ist nicht Helene Fischer!“

Kehrt mit seinem Segen ein in jedes Haus

        „Wie gesagt, bei uns nicht.“

… dass es treu mich leite an der lieben Hand.

„Moment mal … was steht denn da auf dem Straßenschild? Blöder Regen, kann es kaum lesen. Ah, jetzt.
HIGHWAY TO HELL.
Heilige Bescherung! Jetzt habe ich mich schon wieder verfahren.
Auf Navis und Christkinder ist einfach kein Verlass!“





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Sonntag, 12. Oktober 2014

Krimi To Go



Das Experiment


Was ein winziges, unschuldiges Experiment doch für üble Folgen haben kann! Ich als Mitglied der physikalischen Gesellschaft hätte es eigentlich wissen müssen.
Herr Dr. Dr. Wullenköttervondemfelde, bis eben noch mein geschätzter Kollege, wird meinen Posten, entgegen seiner Berechnungen, wohl nicht mehr einnehmen können. Man braucht keine Wahrscheinlichkeitstheorie, um davon auszugehen, dass jemand, der reglos auf eiskaltem Straßenpflaster liegt und dessen Kopf von einer Mohnblüte aus Blut umwölkt ist, nicht mehr unter den Lebenden weilt. Meine Beobachtung vom Fenster aus unterstützt diese These.
Ein Ziegelstein, vom achten Stockwerk an der Gravitation anheim gestellt, entwickelt nicht erst seit Newton beträchtliche Durchschlagskraft. Der Beweis sei hiermit angetreten.

Dienstag, 1. Juli 2014

Krimi To Go




Atemlos

Seit mehr als neun Stunden läuft nun schon die CD von Helene Fischer an dem Stand mit den Fleischspießen. Das Imbißbudentrio singt jedes Lied mit. Je später es wird und je mehr Bier sie trinken, desto lauter. Schließlich tanzt der stimmgewaltigste der drei sogar an der Stange des Verkaufsmobils. Besonders bei „Atemlos durch die Nacht“ kommen sie so richtig in Fahrt.

NRW-Tage hin oder her, dem Anwohner von gegenüber, ein bekennender Jazzliebhaber, prickelt die Wut in den Adern. Noch einmal dieses Lied und er wird …
„Atemlos durch die Nacht“, dröhnte es zum … er weiß nicht, zum wievielten Male. Er nimmt seine Zwille aus der Vitrine mit den Jugenderinnerungen und schießt seine Lieblingsmurmel, die grau-rote, direkt in den weit geöffneten Schlund des Sängers an der Stange.
Treffer versenkt!

Der Getroffene versucht sich von dem, was ihm da die Luftzufuhr blockiert, zu befreien. Vergeblich. Nachdem die Notärzte nur noch seinen Tod feststellen konnten, kommt der Leichenwagen und fährt den, der sozusagen atemlos ist, durch die Nacht.

Samstag, 28. Juni 2014

Krimi To Go



Kleine Scherze unter Nachbarn

„Na, Ihre Radieschen wachsen ja so schnell, als würde sie jemand von unten anfeuern.“
„Haha, Sie nun wieder! 
Mir ist aufgefallen, dass Ihr Fenster im Souterrain seit drei Tagen offen steht. Die Leiche im Keller braucht wohl auch Luft, was?“
Die beiden ergrauten Witwer krümmten sich vor Vergnügen. Dann wandten sie sich, noch mit Lachtränen in den Augen, wieder der Gartenarbeit zu.

Der eine schaufelte Erde auf die Radieschen, denn das Beet war deutlich eingesunken. Der andere schloss die Kellerfenster sorgfältig. Irmgard roch mittlerweile doch etwas streng.

Über mich

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Ich schreibe Geschichten. Und das meistens am Küchentisch. Über Themen rund um den Küchentisch. Kinder, Szenen einer Ehe, Intrigen, wunderbares und erstaunliches, schäbiges, abtrünniges, erbauliches, schaurig schönes, manchmal auch über einen kleinen Mord. Wie das eben so ist im Leben.