Nichts ist, wie es scheint
Eine kleinwüchsige alte Frau stand vor dem Schaufenster des Supermarktes. Ein Mann, aus dessen Gesicht Bartstoppeln wie Eibennadeln aus rosafarbener Marzipanmasse hervorragten, wippte nervös auf den Fußballen. Die Hosentaschen seines Trilobalanzuges waren ausgebeult. Er sagte zu der Frau: „Haben die Altenfänger dich übersehen, oder war im Gruselkabinett ein Mauseloch undicht?“ Dazu lachte er keckernd.
Die kleine Frau sagte nichts. Sie ließ einen dünnen Speichelfaden über ihr Kinn laufen.
Der Mann betrat das Geschäft. Als er sich die Sturmhaube aus der einen Hosentasche zog und die Pistole aus der andern, griff die kleine Frau in ihren geblümten Einkaufsbeutel und rief ihren Exkollegen an. Sie wusste, dass sein Wagen hier um die Ecke stand. Schließlich war sie bis vor Kurzem seine Chefin gewesen.
Freitag, 12. März 2010
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Über mich
- Briefe vom Küchentisch
- Ich schreibe Geschichten. Und das meistens am Küchentisch. Über Themen rund um den Küchentisch. Kinder, Szenen einer Ehe, Intrigen, wunderbares und erstaunliches, schäbiges, abtrünniges, erbauliches, schaurig schönes, manchmal auch über einen kleinen Mord. Wie das eben so ist im Leben.