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Freitag, 20. Oktober 2017

Krimi To Go

Eigentlich

Sonnensprenkel fielen auf den schön gedeckten Gartentisch. Sie streichelte seine Hand und fragte: „Schmeckt es dir, Volker?“ Mit schlaffer Miene sah er sie an. „Schatz, dein Risotto ist ­okay - eigentlich, nur der Reis ist matschig, findest du nicht?“


Bei der Vernehmung wusste sie nicht mehr, wie die Rosenschere in ihre Hand gekommen war , oder die Schneideblätter in seine Brust. Sie erinnerte sich nur noch, was sie, über seinen Leichnam gebeugt, gesagt hatte:  Es war schön mit Dir - eigentlich. Aber dein Nörgeln störte doch sehr, findest du nicht?

Mittwoch, 20. Januar 2016

Krimi To Go

Der Sturz

Im Überschwang, im Überschwang,
tanzte sie zur Klippe. Dann ...

Dienstag, 8. September 2015

Krimi To Go

Der Sinn des Lebens

„Grabe, wo du stehst“. Diesen Satz des Literaturhistorikers Sven Lindqvist hatte der berühmte Archäologe Hans Stein stets befolgt und damit immense Erfolge erzielt. Auf sein Konto gingen, unter vielen anderen Funden, ein komplettes Ei des seltenen Entenschnabeldinosaueriers und die Kiste mit Goldmünzen aus dem siebenjährigen Krieg.
Gerade jetzt stand er im Gemüsebeet, sammelte die Pflanzenteile ein und trat die aufgewühlte Erde glatt. Hier würde er niemals wieder graben! Schließlich wusste er bereits, was sich dort verbarg: Seine Frau, die sich unglücklicherweise im Laufe der Zeit in einen teigigen, Gift und Galle spuckenden Tyrannosaurus Rex verwandelt hatte. Immerhin würde sie den Archäologen der Zukunft ein neues Rätsel aufgeben - falls man sie finden sollte.
Hans lächelte über seinen Gedanken, dass letzten Endes doch jeder Mensch zu irgendetwas gut war.

Mittwoch, 15. April 2015

Krimi To Go

Neulich dachte ich über neuen Kurzkrimi nach, als Marianne Rosenbergs "Marleen" aus einem Auto an der Straße dröhnte. Dies wäre dann eine Krimiversion :-)

Arsen!
Eine von uns beiden wird jetzt geh´n.
Das kommt davon, das kann gescheh´n!

Du schwammst mit ihm ganz nackt im See
ich sah´s mit an, es tat mir weh.
Mhm!

Schon fehlen dir die Worte und ich bekomm die Hochzeitstorte
 -- ja, es war  Arsen.
Aha!

Aaarseeen!
Eine von uns beiden nur kann noch geh´n
und das bin ich. Auf Nimmerwiederseh´n!
Mhm!

...


Sonntag, 8. Februar 2015

Krimi To Go

Letzte Beute

Die Barhocker der Hotelbar waren mit falschem Leopardenfell bezogen. Seinen Martini, die Belohnung für den nicht ganz sauberen, aber erfolgreichen Vertragsabschluss in dieser Stadt, trank er genussvoll. Er fand, dass Raubtierprints im Allgemeinen eine gewisse Doppeldeutigkeit innewohnte. Besonders auf Damenblusen- oder Kleidern einer besonderen Spezies Frau, wirkten sie wie der verzweifelte, weil ultimativ letzte Versuch männliche Beute zu schlagen. Derart in Gedanken vertieft, erkannt er zu spät, dass genau solch ein letzter Versuch mit gebleckten Zähnen direkt auf ihn zusteuerte. Ihn bereits erreicht hatte. "Hellou", raunte der Panther und rote Krallen umschlossen seine Kniescheibe.

Krimi To Go

Ein ganz und gar alltäglicher Mord

Er genoss es, ihr die Haut ohne jede Betäubung abzuziehen. Und diese boshaften Augen sollten ihm nie wieder wieder sagen, was für ein Versager er war! Er stach sie aus.
Eine fast rauschhafte Freude erfasste ihn, als er sie vierteilte. Und obwohl ihm die Schweißperlen bereits auf der Stirn standen und ihn eine gewisse Mattigkeit ergriff, stieß er sie kurzerhand ins kochende Wasser.
Und stellte den Küchenwecker auf dreißig Minuten. Denn diese außergewöhnlich dicke Kartoffel würde eine längere Garzeit benötigen.

Dienstag, 23. Dezember 2014

Weihnachtliche Selbstgespräche



Verfahrene Sache


Alle Jahre wieder

„Ach ja.“ Wegwerfende Handbewegung mit der rechten Hand, linke Hand am Steuer. Im Radio bringen sie ein bekanntes Weihnachtslied. Das Navi ist stumm geschaltet. Ich rede mit mir selbst, ist auch sonst keiner da.

kommt das Christuskind,
auf die Erde nieder,

„Man sagt so. Aber gesehen hab´ ich noch nix. Die Leute reden ja viel.“

wo wir Menschen sind.

„Siehste, und das finde ich ungerecht. Das Christkind kann kommen wann und wohin es will, aber wir Menschen nicht. Vielleicht würde der ein oder andere von uns das Christkind auch gerne mal besuchen. Vorausgesetzt, man müsste dafür nicht tot sein, nur weil man kurz den Himmel betritt. Mich würde zum Beispiel interessieren, was es außer Weihnachtsgedudel so für Musik hört. Hoffe nur, es ist nicht Helene Fischer!“

Kehrt mit seinem Segen ein in jedes Haus

        „Wie gesagt, bei uns nicht.“

… dass es treu mich leite an der lieben Hand.

„Moment mal … was steht denn da auf dem Straßenschild? Blöder Regen, kann es kaum lesen. Ah, jetzt.
HIGHWAY TO HELL.
Heilige Bescherung! Jetzt habe ich mich schon wieder verfahren.
Auf Navis und Christkinder ist einfach kein Verlass!“





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Über mich

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Ich schreibe Geschichten. Und das meistens am Küchentisch. Über Themen rund um den Küchentisch. Kinder, Szenen einer Ehe, Intrigen, wunderbares und erstaunliches, schäbiges, abtrünniges, erbauliches, schaurig schönes, manchmal auch über einen kleinen Mord. Wie das eben so ist im Leben.